Fracked up

Wie erklären wir das unseren Kindern? Nein, im Ernst! Was sollen nachfolgende Generationen über uns denken? Wir können dann nur sagen:
“Ja. 2015 da wussten wir anhand amerikanischer Erfahrungen mit Fracking ziemlich genau, das funktioniert nicht. Die Kosten sind den Ertrag nicht wert. Und ja, dann haben sich unsere Politiker von Industrie-Lobbyisten kaufen lassen. Wir haben sie gewähren lassen. Wir haben zugelassen, dass auch in Deutschland der Boden verseucht wird und die Plattentektonik im Untergrund gestört wird.
Es war aber auch eine unübersichtliche Zeit damals 2015, liebe Kinder. Wir hatten einen großen Bahnstreik. Waren total hilflos, wussten nicht wie wir zur Arbeit kommen sollten. Ja, wir hätten es gerade an der zufälligen Gleichzeitigkeit der beiden Geschehnisse merken können, was mit uns falsch läuft, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen, der aus den Fugen geratene Sozialstaat…welchen Sozialstaat ich meine? Unsere Leistungsgesellschaft, die schon lange keine menschlichen Emotionen mehr zu zeigen im Stande ist, sondern Spielball der Medien ist. Es geht uns nicht mehr nah, was menschlich tragisch ist, sondern das was für die Prozesse der Fabrik der Deutschland "tragisch” ist. Das ist alles, was zusätzlichen Aufwand oder Veränderungen in den täglichen Abläufen abverlangt. Solange alles “funktioniert” ist alles gut. Und die paar Tröpfchen fossiler Brennstoff, die wir mit Fracking aus den tiefen Gesteinsschichten pressen könnten, könnten wirklich helfen, das Ende des fossilen Brennstoffzeitalters noch einmal um ein paar Monate zu verzögern. Wie erklären wir das unseren Kindern? Ohne Scheiß, da könnte wirklich was rauskommen, haben wir gedacht.“ Sagen wir unseren Kindern. Die Erdbeben? Na das wusste damals keiner. Und wir wissen, das ist gelogen.

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