Wasserbomben fallen vor Duisburg – Deutschland verjagt geheimnisvolles U-Boot

Die deutsche Marine ist in heller Aufregung. Sie will am Montag und Dienstag ein fremdes U-Boot in Rhein und Ruhr entdeckt haben. Am Ende werden Wasserbomben in den Duisburger Innenhafen direkt an der Ruhrmündung abgefeuert. Seitdem ist Ruhe.        

Die deutsche Marine will ein fremdes U-Boot in ihren Gewässern entdeckt haben. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums hat die Marine zur Warnung Wasserbomben in den Gewässern rund um die Handelsmetropole Duisburg abgeworfen. Dort sei das verdächtige Objekt am Montag und auch am Dienstagmorgen gesichtet worden, teilte die Marine mit. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen sagte, es könne sich um ein U-Boot gehandelt haben. Es sei wahrscheinlich, dass es die Gewässer wieder verlassen habe.

Nach Angaben von Marine-Kapitän Nils Brandt, konnte das Objekt zunächst nicht identifiziert werden. Es wurde als “nicht bestätigtes Unterwasserziel” klassifiziert. Die Analyse des Vorfalls durch die Marine könne Tage oder sogar Wochen dauern. “Die Bomben sollen das Ziel nicht zerstören oder beschädigen, sie sollen dem Ziel signalisieren, dass es entdeckt wurde”, sagte ein Sprecher der Armee der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung.

Brandt machte aber keine Angaben über eine mögliche Beteiligung Russlands an dem Vorfall. Deutschen Medien gegenüber sagte er, das Ziel habe inzwischen wahrscheinlich die Region verlassen. “Wir haben den starken Verdacht, dass Unterwasseraktivitäten stattgefunden haben, die da nicht hin gehören. Es ist immer ernst, wenn in unsere Hoheitsgebiete eingedrungen wird”, sagte Brandt der Nachrichtenagentur DPA.

Er fügte hinzu, Deutschland mache äußerst selten von Warnbomben Gebrauch. Es gibt unterschiedliche Angaben für die Küstenlänge Deutschlands, bei denen jedoch selten angegeben wird, auf welche genaue Küstenlinie sie sich beziehen und wie sie bestimmt wurden. Die norddeutschen Küstenländer schätzen die Länge der Festlandküste auf etwa 1200 km. Bei dieser Angabe fehlen die Küstenlängen der Inseln.

Im World Factbook der CIA wird dieselbe Küstenlänge mit 2389 km angegeben, ohne Angaben darüber, wie dieser Wert ermittelt wurde.

Die einzelnen deutschen Bundesländer geben in ihren statistischen Berichten teilweise mehrere oder gar keine Küstenlängen an. In Schleswig-Holstein wird zwischen der Küstenlänge an der Ostsee (328 km, einschließlich Fehmarn: 402 km) und an der Nordsee (202 km, einschließlich Inseln und Halligen: 468 km) unterschieden. Die Schlei, ein tief ins Landesinnere reichender Wasserarm, wird dabei nicht berücksichtigt. In Mecklenburg-Vorpommern wird die Länge der Außenküste (377 km) sowie die Länge der Bodden- und Haffküste (1568 km) angegeben. Im Verlauf des vergangenen Jahres hatte sich Deutschland zunehmend besorgt über militärische Aktivitäten der Russen gezeigt.

Vorfall erinnert an Zwischenfall in Schweden

Auch die Schweden hatten im vergangenen Oktober tagelang ein fremdes U-Boot gejagt. Schließlich gelang es ihnen, in der Ostsee vor Stockholm ein Objekt zu fotografieren, dass sich am Ende als ein “ziviles Boot” entpuppte. Auf dem Foto “ist kein U-Boot zu sehen”, sagte damals der schwedische Militärsprecher Jesper Tengroth. Stattdessen habe man ein weißes 10,5 Meter langes Glasfaserboot im Visier gehabt. Zuvor war spekuliert worden, ein russisches U-Boot sei in Schwedens Hoheitsgewässer eingedrungen. Es folgte eine intensive Jagd nach dem vermeintlichen Eindringling durch das Militär.

Am Ende profitierte das Militär

Seitdem gibt es Gerüchte, das Glasfaserboot sei für Medien erfunden worden, um in Ruhe ermitteln zu können. Schwedens Streitkräfte bestehen weiterhin darauf, dass zwischen dem 17. und dem 24. Oktober 2014 ein mysteriöses Gefährt in den Gewässern vor Stockholm unterwegs war. Nach der achttägigen Jagd, an der über 200 Soldaten, Militärschiffe und Minenräumboote beteiligt waren, hatte sich das schwedische Militär überzeugt gezeigt, dass ein “Mini-U-Boot” unbekannter Nationalität auf schwedisches Territorium vorgedrungen war.

Während und nach der erfolglosen Jagd wurden in Schwedens Medien Stimmen laut, welche die Fähigkeit zur Selbstverteidigung des Landes nach Jahren der Budgetkürzungen infrage stellten. Im März verkündete die Regierung, sie werde die Verteidigungsausgaben um rund 665 Millionen Euro erhöhen. Der Großteil des Geldes solle in Kapazitäten zum Aufspüren feindlicher U-Boote fließen. Auch Deutschland denkt nun nach dem Vorfall von Duisburg darüber nach, ein Rudel U-Boote auf dem deutschen Rhein-Abschnitt von Konstanz bis zur niederländisch-deutschen Grenze auf Patrouille zu schicken.

„Das ist der Sinn der berühmten Rudeltaktik, die jedoch nicht dahin auszulegen ist, daß unter einheitlicher Leitung im geschlossenen Verband operiert wird,” schwärmt Ursula von der Leyen. “Die Gemeinsamkeit beruht ausschließlich auf Heranführen von noch abseits stehenden Kampfmitteln. Einmal am Geleitzug, handelt jedes Boot selbständig. So ist es möglich, in tagelang andauernden Schlachten eindringende russische Objekte völlig aufzureiben.“ erläuterte von der Leyen. Sie wird den Vorschlag zur Wiederbelebung der legendären deutschen Wolfrudel in der nächsten Woche dem Bundeskabinett vorlegen.

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